Vor einiger Zeit hat sich die Patientenschützerin Margrit Kessler dafür ausgesprochen, dass Krankenkassen nur noch Kosten übernehmen könnten, wenn Patienten ihre Krankheit nicht selber verschuldet haben. Sie ist nicht die Einzige, die so denkt: Immer mehr Menschen schliessen sich der Meinung an, dass, wer selber schuld ist, selber zahlen soll. Der alkoholisierte Jugendliche, der in der Notfallaufnahme landet, genauso wie die ehemals Drogenabhängige, die sich mit Hepatitis C infiziert hat. Diese Denkweise ist nachvollziehbar. Wer sich bewusst für ein Risiko oder eine gesundheitsschädigende Handlung entscheidet, soll gefälligst für die Kosten selber aufkommen. Der Gedanke des Verursacherprinzips scheint auf den ersten Blick fair. Denkt man ihn aber auf das Gesundheitssystem übertragen zu Ende, geht die Rechnung nicht auf – die Folgen des Schuldprinzips sind potenziell verheerend für uns alle.

Gastkommentar zum Gesundheitswesen: Warum für andere bezahlen? – Debatte Nachrichten – NZZ.ch.